25 Mrz

Ein letztes Erwachen

Die Nacht war dunkel und kalt. Kleine Regentropfen perlten am Fensterbrett ab und der Wind pfiff durch alle Ritzen im Gemäuer. Das Kerzenlicht flackerte in einem kleinen Zimmer. Schatten bewegten sich. Leise hörte man Maya, eine 22 jährige Frau, etwas undeutlich flüstern. Schmerz. Der Regen hörte auf, ans Fenster zu prasseln, das Kerzenlicht erlosch und Stille weitete sich im Raum.

Maya beobachtete das in Blut getränkte Morgenrot. Viele Gedanken an früher vermischten sich mit Selbstzweifeln in ihrem Kopf. Sie wusste nicht mehr, ob sie das, was sie tat, noch für richtig halten sollte.

Der Mann, der neben ihr auf dem Bett lag und sie zärtlich an der Wange berührte, war ihr verboten. Eine dicke, mit Mascara vermischte Träne, kullerte über Maya’s Wange.

Ryan und Maya zogen sich ihre Kleider über, öffneten die Haustüre und Sonnenlicht spiegelte sich in ihrer beiden Augen.

Er nahm sie an der Hand und zog sie ein paar Meter vom Haus weg, entlang eines kleinen Baches. Kleine Schmetterlinge flatterten um die Beiden herum, und auch in Maya’s Bauch war ein Kribbeln zu spüren. „Sieh dir die Bäume an, wie sie mit dem Wind tanzen. Sie sind so wunderschön.“, flüsterte Ryan leise in Maya’s Ohr.

Tag für Tag und Stunde um Stunde verstrich. Mal regnete es, und mal schien die Sonne. Plötzlich wurde es still um Maya und Ryan. Umgeben von blauem Licht und dem Heulen einer Sirene stürzte Maya auf ihre Knie. „Bitte, lass es nicht so weit kommen!“, schrie sie, mit von Tränen überströmter Mimik.

In weiß gebettet und mit bleichem Gesicht, öffnete Ryan seine Augen. Es würde wohl das letzte Mal sein, dass er in Maya’s in Tränen gehülltes Gesicht blicken könnte. Weitere traurige Blicke umgaben Ryan. Alle waren gekommen, um ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten. Plötzlich kullerte auch bei dem sonst so starken Mann eine kleine Träne von der Wange. Ryan dachte an den liebsten Song, den er mit Maya verband, und schloss ein letztes Mal seine Augen …